Zurück in München
Nach einem halben Jahr des wurzellosen Daseins bin ich nun zurückgekehrt in die Heimat. Ich möchte nicht behaupten, dass 6 Monate Madrid aus mir einen anderen Menschen gemacht haben, aber sie haben mich doch verändert. Auch körperlich. So habe ich mir vergangene Woche das erste Mal eine Augen-Konturen-Creme kaufen müssen.
Ja, ja, ich höre die Zynischen schon zischen, das sei das Alter, aber nein, ich bekomme das Tränensack-Trauma schon wieder in den Griff. Regelmäßiger Schlaf, regelmäßige Mahlzeiten und die gute bayerische Luft werden wie ein Jungbrunnen auf mich wirken und das wilde Leben in Spaniens Hauptstadt vergessen machen. Zumindest äußerlich. Innerlich wird Spanien ein Teil von mir bleiben. Ja, es war gut zu gehen. Aber es war auch gut, wiederzukehren.
Und hier bin ich. Aber nicht mehr lange. Nun geht es erstmal für drei Wochen in den Urlaub. Drei Wochen mit dem Rucksack durch Thailand. Denn braungeworden bin ich zu allem Überdruss nicht in Madrid. Spanische Sonne hin oder her. Winter ist Winter.
Im April beginnt dann erneut das triste Studentendasein. Tagelanges Büffeln versteckt hinter Bergen von Büchern – im Schein einer schwachen Funzel, bei Brot und Wasser.
Doch es wird nur noch ein Jahr, vielleicht anderthalb Jahre vergehen, dann schon kann ich mich auf das Leben als Arbeitsloser einstellen. und so genieße ich das Dasein als Nichtsnutz in vollen Zügen.