Klonk
Als ich unlängst mit der Straßenbahn fuhr, machte es an meinem Schuh plötzlich klonk. Etwas war gegen meinen Fuß gerollt. Ich blickte nach unten und sah eine “Wohlige-Frische-Salbe-Dose”. Dabei handelte es sich aber nicht um eine gewöhnliche Frische-Salbe, mit der man sich gedankenlos die Hände oder Füße einreibt. Nein, denn wie ich dem Etikett entnahm, war die Salbe “unter kosmischen Rhythmen und Konstellationen hergestellt”.
Da ich mir unter kosmischen Rhythmen nichts vorstellen konnte, recherchierte ich im Internet und stieß auf einen Beitrag zu “Chronobiologischen Aspekten der Musikphysiologie”. Aha. Um die Verwirrung zu komplettieren, folgte sogleich ein sechszeiliger Satz, der endlich Licht ins Dunkel brachte: “Beim Versuch, das Ineinanderwirken dieser langwelligen Rhythmen im Organismus graphisch zu veranschaulichen, ergeben sich in Abb. 5 vier unterschiedlich schraffierte Ellipsen, die sich im Bereich der schnelleren rhythmischen Vorgänge völlig durchsetzen und so für alle schnelleren rhythmischen Funktionen im Spektrum ein komplexes Milieu bilden, in welchem alle Funktionen nach kosmischen Gesetzen und Verhältnissen moduliert werden.” Es folgte eine Skizze mit Kreisen.
Nun aber mal Klartext: Wissenschaftlich bewiesen sei es, -so lese ich- dass Lebensmittel (und offensichtlich auch Salben) einen nicht sichtbaren energetischen Körper aufweisen, in dem die kosmischen Rhythmen gespeichert sind, die das Ding während seiner Entstehung aufgenommen hat.
Dieses Klonk, das ich an meinem Fuß verspürte, war also aller Wahrscheinlichkeit nach ein kosmischer Rhythmus. Wow!