Es ist vollbracht!
Nach dieser denkwürdigen Woche, in der ich meine letzten drei mündlichen Prüfungen hatte, kann ich nun sagen: Mein Studium ist endgültig aus und vorbei!
Und ich kann wohl auch behaupten, dass ich diese Woche die absurdeste Prüfung meiner gesamten Laufbahn hatte. Natürlich ist mir das während der Prüfung nicht so aufgefallen, weil ich nervös war, aber im nachhinein kommt es mir fast schon ein wenig bizarr vor.
Gestern um 17.45, eine Stunde mündliche Prüfung im Hauptfach KW bei meiner Professorin:
Die erste nebulöse Frage steht im Raum. Ich weiß nicht so recht, wo ich anfangen soll und beginne zunächst mit einem allgemeinen Überblick. Während ich also rede, verschwindet meine Professorin für ein paar Minuten unter dem Schreibtisch, weil ihr der Stift hinunter gefallen ist. Dumpf erschallt es von unten: “Reden Sie nur weiter, ich höre Ihnen schon zu!”
Später sehe ich den Stift: Er ist rot und wenn sie damit Notizen macht, blinkt am Kopfende ein rotes Herz.
Ich lasse mich nicht beirren.
Die vereinbarten Themen sind: Agenda Setting und Journalismusforschung.
Die besprochenen Themen sind: Gerhard Schröder in der Bunten, sein russisches Adoptivkind, Moshammers Tod und schließlich zieht sie noch einen Ordner hervor, um mir Bilder von misshandelten irakischen Kriegsgefangenen zu zeigen, die jetzt aufgetaucht sind. Und natürlich: Die Boulevardisierung der Süddeutschen Zeitung. Das alles hat natürlich sehr wohl etwas mit Agenda Setting zu tun. Irgendwo.
Ach ja, wie die Zeit verfliegt. Also noch schnell eine Frage zur Journalismusforschung, jetzt haben wir uns aber ein bisschen festgequatscht. Welche Rolle haben denn die Journalisten heute?
Dann ist die Stunde auch schon um.
Ich muss kurz draußen warten, dann wird mir das Ergebnis mit folgendem Satz mitgeteilt: “Wir haben Ihnen jetzt eine eins gegeben, weil Sie uns so gut unterhalten haben!”
In solche Prüfungen geht man doch gerne.