München sagt leise Servus
“Weiß, das war seine Farbe. Weiß wie die vielen Blumen hier und weiß wie der Schnee, der vom Himmel fällt.”

Diese Worte sprach der Pfarrer heute morgen auf dem Ostfriedhof München – am Grab von Else und Rudolph Moshammer. Es war bitterkalt und ohne Hast taumelten die Schneeflocken vom Himmel. Es hatten sich viele Münchner am Mausoleum versammelt, Schaulustige, aber auch viele, die Abschied nehmen wollten und Blumen mitgebracht hatten.
Getragene Musik und ein Zug mit Trauernden. Allen voran der blumenbedeckte Sarg mit Rudolph Moshammer, danach sein aufgelöster Chauffeur, der gebückt die kleine Daisy auf dem Arm hielt, seine Chauffeursmütze abgenommen. Roberto Blanco, die Jacobs Sisters, Silvio Belli, Erich Lejeune, Damen mit aufgespritzten Lippen und viele andere.
Unter anderem auch das rotgefärbte Mutter-Tochter-Gespann, deren unliebsame Bekanntschaft ich einmal vor einigen Jahren im “Plus” gemacht hatte (jurek.de berichtete). Weil ich ihnen den letzten Einkaufswagen weggeschnappt hatte, terrorisierten sie mich mit bösen Blicken, gezischten Flüchen und versperrten mir mit ihren fülligen Körpern den Blick auf die Regale. Aber das ist eine andere Geschichte.
Nach der kleinen Zeremonie wurde der mächtige Sarg in den Boden des Mausoleums gelassen. Das wechselvolle Leben von Mosi hat damit sein Ende gefunden, in den Zeitungen und Magazinen wird er sicher noch eine Weile weiterleben.


