Feb 1, 2005

Warum man in Pfützen tritt und sich gerne bombardieren lassen muss

Heute morgen bin ich in eine tückische Schlammfalle getappt. Ich stand an der Ampel und als es grün wurde, tat ich einen großen Schritt über eine Pfütze. Doch das, was dahinter wie Teer aussah, war in Wirklichkeit auch noch Pfütze. Mindestens drei Zentimeter tief. Weil jedoch lauter kleine Schneestückchen an der Oberfläche schwammen, täuschte die gemeine Pfütze eine feste Teerfläche vor. Sehr amüsant fand ich es dann jedoch zu beobachten, wie auch etliche andere Leute auf diese Schlammfalle hineinfielen.

An dieser Stelle frage ich mich mal wieder, ob wir Deutschen zu hart und selbstgerecht mit uns selbst sind. Diese Frage stelle ich mir aufgrund der aktuellen Bomben-Holocaust-Diskussion. Es ergibt sich hier eine Diskrepanz zwischen Reden und Handeln der Politik und zwischen Geschichte und Gegenwart: Bomben auf Dresden waren okay, denn es war ja für einen “guten Zweck”, der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus, Bomben auf den Irak hingegen zur Befreiung des Irak von Saddam Hussein hingegen sind ganz und gar nicht okay. Wahrscheinlich habe ich mich mit dieser Äußerung mal wieder versehentlich in eine ganz rechte Ecke gestellt oder war wieder politisch total unkorrekt. Aber genau das ist ja das Problem. Man darf ja in diesem Land kaum das Wort Nationalsozialismus aussprechen ohne gleichzeitig die Peitsche auszupacken und sich demütig den Rücken zu geißeln.

Ich hoffe, dass ich an dieser Stelle nicht extra klären muss, dass ich der NPD NICHT und in keinster Weise nahe stehe und ich heiße auch den Irakkrieg nicht gut. Ich bin nur der Meinung, dass man es nicht unbedingt gutheißen muss, bombardiert worden zu sein. Keine andere Nation auf dieser Welt würde das tun.

Sollte ich mich irren oder sollte der Vergleich hinken, lasse ich mich gerne eines besseren belehren. Hauptsache, geredet hamma drüber.

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