Jun 21, 2005

Berlin, Berlin…

…ist eine Reise wert. Berlin ist nicht die Stadt, in der die Zitronen blühen, aber in der man einen Döner immer noch für 1,50 bekommt. Die gefühlte Niedrigpreissituation verführt einen dazu, ununterbrochen zu konsumieren, schließlich ist ja alles so billig. Das wiederum führt dann dazu, dass man sich auf der Terrasse des Hotel Adlon am Brandenburger Tor wiederfindet und einen Milchkaffee für 7 Euro trinkt.
Der Aufenthalt im Adlon muss auch deswegen als denkwürdig bezeichnet werden, weil sich dort folgende Anekdote ereignete, von der wir noch in 20 Jahren erzählen werden (gesetzt den Fall, dass sich sonst nicht mehr viel Spannendes in unseren Leben ereignet):

Wir sitzen also im prallen Sonnenschein auf der Terrasse und genießen jeden einzelnen teuren Schluck (nur die Sahne auf dem Kuchen ist gratis) Milchkaffee, da setzt sich an einen Nebentisch eine Familie, die so gar nicht ins bild der übrigen feinen Gäste passt. Ein Mann, dessen Leibesfülle den Jeansklamotten nicht ganz gewachsen ist. Als sich der Mann setzt, passiert das Unglück: die Hose, die sehr weit unten sitzt, gibt nicht nur die Sicht frei auf den fülligen Schwimmreifen des Herrn, sondern auch auf die ersten Anzeichen des beginnenden Podex. Kein schöner Presswurst-Anblick.
Martin kanns natürlich nicht lassen, und erkundigt sich bei der Kellnerin, was sie denn machen würde, wenn er sie bitten würde, uns doch diesen Anblick zu ersparen. Sie ist ein wenig hilflos, was sie aber nicht davon abhält, die Gletscherspalte nun mit ihren Arbeitskollegen zu diskutieren. Einen Kollegen von ihr bringt das offensichtlich so aus dem Gleichgewicht, dass er selbiges sogleich verliert, was nicht weiter schlimm gewesen wäre, hätte er nicht auf seiner Hand ein Tablett mit einem Stapel Teller balanciert.
Was nun folgt ist eine zirkusreife Darbietung: Das Tablett schwankt wie in Zeitlupe und verzweifelt versucht der Kellner, unter ganzem Einsatz seines Körpers das Tablett wieder ins Gleichgewicht zu bekommen. Mit der anderen Hand kann er dummerweise nicht helfen, weil er auch in ihr etwas trägt. Noch in der Drehung versucht ihm die Kellnerin zu Hilfe zu eilen und den Stapel Teller aufzufangen. Doch zu spät. Mit einem gewaltigen Krachen zerbersten die Teller auf dem Steinboden in tausend Scherben. Die Gesellschaft applaudiert.
Und das teure Geschirr! Und das alles nur wegen zwei Zentimetern Sicht.

Mit einer Digitalkamera kann man nicht nur schöne Bilder machen, sondern sich auch in anderen verzweifelten Situationen filmen, zum Beispiel dann, wenn man entspannt beim Kaffeetrinken unter einem Baum sitzt und plötzlich feststellen muss, dass zwei Vögel im Geäst über einem versuchen, sich in genau die Position zu bringen, um einem auf den Kopf kacken zu können. Zu sehen hier… (Windows Media Player, ca. 2 MB)

Posted by admin | Categories: Allgemein |

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