17 September 2004

Der Herbst naht nun schon mit so großen Schritten, dass die Bäume gar nicht nachkommen, ihre Blätter zu färben. Dennoch bin ich heute morgen schon beim Gassigehen beinahe von einem Ahornhubschrauber-Nasenzwicker erschlagen worden.

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15 September 2004

Die Welt ist wieder da!

Nachdem die “Welt” vor gar nicht allzu langer Zeit klammheimlich mit ihrer Münchenausgabe verschwunden ist, ist sie nun zurück. Und kleiner denn je. Im “Tabloid-Format”. Handlich, klein, passt in jede Hand- oder Aktentasche und steht nur das wichtigste drinnen. Und kostet auch nur 50 Cent. Und damit sie gekauft wird, wird sie nun erstmal jeden Morgen verschenkt. Überall, wo man hinkommt, stehen weiß gekleidete, gut gelaunte, junge Menschen, die einen mit einem hektischen “Guten Morgen! Die Welt kostenlos?” begrüßen.

Und was steht drin? Erstmal steht nicht viel drin, ist ja auch weniger Platz. Und der wenige Platz wird dann erstmal mit einem Riesenfoto von Naomi Campbell zugepflastert mit der passenden Bildunterschrift: “Warum News, wenn man Naomi haben kann?”.

Da frage ich doch zurück: “Warum die “Welt”, wenn ich das doch auch auf “brisant” haben kann?”

Und heute spricht Campino über Punk und Radieschen. Und Elfjährige trinken schon Alkohol. Und Stoiber gründet eine Denkfabrik für Internationales. Aha. Ja dann.

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11 September 2004

Warnung vor dem Filme

Dir hat der Trailer für “The Village” gut gefallen? Du stehst auf Grusel-Schocker und Unheimlich-Klamotten? Auch “The Sixth Sense” fandest du gut?

DANN SCHAU DIR NICHT “THE VILLAGE” AN!

Betrug! Nepperei, Schlepperei, Bauernfängerei!

Es handelt sich NICHT um einen Grusel-Horror-Film. Er hat auch rein überhaupt nichts mit “The Sixth Sense” zu tun. Und der Trailer scheint für einen anderen Film gemacht worden sein.

Wer hingegen auf langweiliges Landleben steht, ein paar gerupfte Hühner, Dorftrottel und rote Farbe, dem sei der Film wärmstens ans Herz gelegt. Ungefähr anderthalb Stunden passiert so gut wie überhaupt nichts. Dann kommt ein kurzer Schreck-Moment, weil das blinde Mädchen in eine Grube rutscht (hu!) und am Schluss kann man noch ungefähr 30 Sekunden über eine elegante Wendung schmunzeln. Das war´s dann aber auch schon.

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10 September 2004

Ein Höllenlärm!

Ich weiß zwar nicht, was für ein Lärm in der Hölle herrscht, aber es muss dort viele Gerüstbauer geben. Der aufmerksame Leser von jurek.de wird sich daran erinnern können, dass der Autor im Frühjahr schon mal die schlimme Zeit der Fassadenrenovierung erleben musste. Gerüstbauer, die um sieben Uhr morgens laut scheppernd anfangen, ein Gerüst hochzuziehen sind so ziemlich die achte Plage.

Jetzt hat es wieder angefangen. Diesmal gegenüber. Klapper Schepper Bumm Schrei.

Nur alle zwei Stunden ist mal kurz Ruhe, dann hört man nur noch das Klappern der Bierkästen. Aber als ob das Aufeinanderschlagen von Metall nicht schlimm genug wäre, legen sich die Bauarbeiter auch noch lauthals mit den Passanten an. Einer wurde angeschrien, weil der baumeister meinte, der Hund würde sein bein gegen sein Gerüst heben. Der andere stritt natürlich lautstark auf bayerisch ab, sein Hund würde nicht auf dem Trottoir… Daraufhin der Bauarbeiter: das könne er ja nicht wissen. Daraufhin der Hundebesitzer: was er sich dann so aufrege. Und so laut werde. Er bekäme gleich eine Anzeige!

In diesem Sinne: Guten Morgen, liebe Mitmenschen!

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8 September 2004

Aus gegebenem Anlass gibt es heute hier ein niederbayerisches Herbstgedicht:

Da Herbst

Da Herbst zieht wieda übers Lond,

de Baam verfamm ihr Bladdlgwond.

Im Stoi gfreit sech de Bauas Kow,

doss ned ins Koide now gey mow.

Und in da Stoam sinniert da Bow,

wo worad denn, da Summa, wow?

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6 September 2004

Veränderung ist der Vater der Porzellanvase

Dem aufmerksamen Leser dieser Seite mag eine kleine Veränderung im rechten Bereich aufgefallen sein. Und wenn ich jetzt Michelle Hunziker wäre und es um eine Telefonvoting ginge, würde ich rufen: “Anrufen, anrufen, anrufen!” Da es aber nicht ums Anrufen geht, schweige ich und jeder möge mit seinem Finger klicken wohin er wolle.

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31 August 2004

Magisterarbeit

Inzwischen bin ich auf der bedeutungsschwangeren Seite 99 meiner Magisterarbeit angelangt. 100 Seiten muss sie haben, doch wer jetzt denkt, dass ich nach einer weiteren Seite den Stift aus der Hand fallen lassen und zum Buchbinder rennen kann, der irrt sich leider. Denn je mehr ich mich dem Ende nähere, desto mehr wächst in mir die Erkenntnis, dass es wohl ein menschlicher Zug ist, sich die unangenehmsten Kapitel bis zum Schluss aufzuheben. Geschrieben werden müssen sie trotzdem. Es steht noch der widerlichste Teil der Arbeit vor mir, befürchte ich. Allein um 50 Seiten ist der Anhang schon angewachsen. Und ewig bohrt das böse Gefühl in mir, wenn ich am Anhang sitze: Dies ist Arbeit, die ich machen muss, die sich aber nie ein Mensch ansehen wird. Fehlen darf sie trotzdem nicht.

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30 August 2004

Heute morgen sah ich einen Rentner, der auf seinem Rad von Laternenpfahl zu Laternenpfahl und von Ampel zu Ampel huschte und angebrachte Zettel mit einem entsprechenden Schaber entfernte. “Wider die privaten Wohnungsanzeigen und wider die entlaufenen Hunde!” muss er sich dabei gedacht haben. Ich möchte immer gerne wissen, wie es bei solchen Menschen zu Hause aussieht.

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26 August 2004

Linsenmittel-Gleichstand

Gestern ist mir etwas passiert, das mich wahrscheinlich weltweit einmalig macht. Ich hatte Linsenmittel-Gleichstand. Für meine harten Kontaktlinsen brauche ich zwei verschiedene Lösungsmittel. Die Reinigungsflüssigkeit und die Aufbewahrungsflüssigkeit. Weil man von der einen mehr braucht als von der anderen, sind die Flaschen unterschiedlich groß. Sie sind aber so angelegt, dass sie nie gleichzeitig leer sind. So wird verhindert, dass man zu einem anderen Konkurrenzprodukt wechselt, weil man ja die unterschiedlichen Präparate nicht kombinieren darf und deswegen immer von dem, das zuerst leer wird, eine neue Flasche nachkaufen muss. Oder eben eine halbvolle Flasche wegwerfen muss, wenn man unbedingt wechseln will.

Gestern jedoch geschah es: Die unterschiedlichen Flaschenstände hatten sich offenbar über die Jahre so egalisiert, dass gestern BEIDE Flaschen GLEICHZEITIG leer wurden. Unfassbar!

P.S. Was mich nervt, sind Olympiamoderatoren von denen man nie weiß, woran man ist, wenn man hinhört, aber nicht hinschaut. Sie sagen: “GOLD FÜR DEUTSCHLAND!!!” Ich freue mich schon, da kommt der Nachsatz: “Das wäre in der Geschichte bisher einmalig.” Dann gibt es da noch die Sportmoderatoren, bei denen man nie weiß, wo ein Satz aufhört und der nächste anfängt, weil sie ihre Pausen vollkommen beliebig mitten in die Sätze setzen, aber nie zwischen zwei Sätze. Da tun sie immer so, als wäre es einer. Aber eigentlich müsste der Olympia-Spuk doch in ein paar Tagen vorbei sein, oder?

P.S.2: Was hat die BILD-Zeitung eigentlich gegen Britney Spears? Nur Negativschlagzeilen. Erst war sie Britney Schmiers, nun ist sie schon “Suddel-Spears” im “Schlampen-Look”. Was immer das ist. Irgendwas muss die Spears der BILD angetan haben. Vielleicht Interview-Verweigerung?

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25 August 2004

Manfred Wörner und der Kannibalensalat

Was die Konvergenzhypothese in der Praxis bedeutete, musste Manfred Wörner am eigenen Leibe erfahren – wenn er denn noch leben würde. Die These, dass die Fernsehprogramme immer gleicher werden, sah ich gestern bestätigt, als ich beim Zappen beim ARD-Quiz mit dem schwer erträglichen Jörg Pilawa landete. Eine Frage lautete dort: Welches dieser Ämter wurde schon einmal von einem Deutschen bekleidet: IOC-Präsident, NATO-Generalsekretär, UNO-Generalsekretär usw. Die richtige Antwort war: Manfred Wörner war von 1988 bis 94 NATO-Generalsekretär. Weil ich aber Pilawas Gesicht nicht ertragen kann, zappte ich weiter zu sat.1, wo auch gerade Quizstunde war. Der Moderator, dessen Namen ich nicht kenne, hat den Fehler gemacht, sich von seinem mittelmäßigen Friseur eine hippe Frisur hat aufschwatzen lassen, die nun aber überhaupt nicht zu seinem biederen Anzug, Brille und Wesen passte. Nun kam die Frage: Wer war von 1988 bis 1994 NATO-Generalsekretär?

Gleicher Abend, zwei Fernsehprogramme, gleiche Frage!

Unglaublich!

“Und was hat das nun mit Kannibalensalat zu tun?” werden die neugierigen Kinder fragen.

Beim Griechen unten im Haus gibt es heute einen gemischten Salat mit Rotbarbenfiletst. und gegrillten Babys. Nun wisst ihr es!

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