26 August 2004

Linsenmittel-Gleichstand

Gestern ist mir etwas passiert, das mich wahrscheinlich weltweit einmalig macht. Ich hatte Linsenmittel-Gleichstand. Für meine harten Kontaktlinsen brauche ich zwei verschiedene Lösungsmittel. Die Reinigungsflüssigkeit und die Aufbewahrungsflüssigkeit. Weil man von der einen mehr braucht als von der anderen, sind die Flaschen unterschiedlich groß. Sie sind aber so angelegt, dass sie nie gleichzeitig leer sind. So wird verhindert, dass man zu einem anderen Konkurrenzprodukt wechselt, weil man ja die unterschiedlichen Präparate nicht kombinieren darf und deswegen immer von dem, das zuerst leer wird, eine neue Flasche nachkaufen muss. Oder eben eine halbvolle Flasche wegwerfen muss, wenn man unbedingt wechseln will.

Gestern jedoch geschah es: Die unterschiedlichen Flaschenstände hatten sich offenbar über die Jahre so egalisiert, dass gestern BEIDE Flaschen GLEICHZEITIG leer wurden. Unfassbar!

P.S. Was mich nervt, sind Olympiamoderatoren von denen man nie weiß, woran man ist, wenn man hinhört, aber nicht hinschaut. Sie sagen: “GOLD FÜR DEUTSCHLAND!!!” Ich freue mich schon, da kommt der Nachsatz: “Das wäre in der Geschichte bisher einmalig.” Dann gibt es da noch die Sportmoderatoren, bei denen man nie weiß, wo ein Satz aufhört und der nächste anfängt, weil sie ihre Pausen vollkommen beliebig mitten in die Sätze setzen, aber nie zwischen zwei Sätze. Da tun sie immer so, als wäre es einer. Aber eigentlich müsste der Olympia-Spuk doch in ein paar Tagen vorbei sein, oder?

P.S.2: Was hat die BILD-Zeitung eigentlich gegen Britney Spears? Nur Negativschlagzeilen. Erst war sie Britney Schmiers, nun ist sie schon “Suddel-Spears” im “Schlampen-Look”. Was immer das ist. Irgendwas muss die Spears der BILD angetan haben. Vielleicht Interview-Verweigerung?

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25 August 2004

Manfred Wörner und der Kannibalensalat

Was die Konvergenzhypothese in der Praxis bedeutete, musste Manfred Wörner am eigenen Leibe erfahren – wenn er denn noch leben würde. Die These, dass die Fernsehprogramme immer gleicher werden, sah ich gestern bestätigt, als ich beim Zappen beim ARD-Quiz mit dem schwer erträglichen Jörg Pilawa landete. Eine Frage lautete dort: Welches dieser Ämter wurde schon einmal von einem Deutschen bekleidet: IOC-Präsident, NATO-Generalsekretär, UNO-Generalsekretär usw. Die richtige Antwort war: Manfred Wörner war von 1988 bis 94 NATO-Generalsekretär. Weil ich aber Pilawas Gesicht nicht ertragen kann, zappte ich weiter zu sat.1, wo auch gerade Quizstunde war. Der Moderator, dessen Namen ich nicht kenne, hat den Fehler gemacht, sich von seinem mittelmäßigen Friseur eine hippe Frisur hat aufschwatzen lassen, die nun aber überhaupt nicht zu seinem biederen Anzug, Brille und Wesen passte. Nun kam die Frage: Wer war von 1988 bis 1994 NATO-Generalsekretär?

Gleicher Abend, zwei Fernsehprogramme, gleiche Frage!

Unglaublich!

“Und was hat das nun mit Kannibalensalat zu tun?” werden die neugierigen Kinder fragen.

Beim Griechen unten im Haus gibt es heute einen gemischten Salat mit Rotbarbenfiletst. und gegrillten Babys. Nun wisst ihr es!

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19 August 2004

Halt! Polizei!

Beinahe wäre ich heute in die Fahrrad-Obrigkeitsfalle getappt. Als ich gerqade von der Staatsbibliothek kam, fuhr ich den Fahrradweg an der Leopoldstraße in umgekehrter Fahrtrichtung (!!!) entlang. Was für ein Verstoß!

Mein Weitblick warnte mich glücklicherweise vor, denn da hatten sich zwei Polizisten, die da ja um den Odeonsplatz immer rumlungern, schon eine Fahrradfahrerin geschnappt, die den gleichen Verstoß begangen hatte. Durch einen gekonnten Bogen konnte ich der Fall gerade noch entgehen. Ich furh über die Ampel und auf der anderen Straßenseite weiter. Ganz korrekt.

Als ich gestern in der Stabi an meiner Magisterarbeit arbeitete, drang plötzlich ein seltsamer, ein widerlicher Gestank an meine Nase. Neben mich hatte sich ein kleine, hutzelige Frau gesetzt, die den Geruch offensichtlich stoßweise verströmte. Es roch ungefähr so wie ein Blumenkohlgericht, das man eine Woche im Topf sich selbst überlässt. Die Frau war seltsam hager, hatte ungepflegtes weniges Haar und einen speckigen Ordner und ein verwahrlostes Büchlein dabei. Nach wenigen Sekunden sank sie über ihrem Ordner in tiefen Schlaf. Immer wieder kamen die Geruchsschübe, sodass mir beinahe übel wurde und ich meine Arbeit fast nicht hätte fortsetzen können.

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17 August 2004

Ei, Ei, Ei!

Ich habe zehn Eier aus Käfighaltung gekauft und damit die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit der “Hersteller” belohnt, groß auf die Packung draufzuschreiben: “10 Eier aus Käfighaltung”. Ich möchte nicht lamentieren, wenn ich sage, wir leben heute in einer Zeit, in der alles schön geredet wird. Überall steht “Bio” drauf, und wurde schonend und kontrolliert hergestellt. Da gehört doch eine ganze Portion Mut dazu, auf eine Eierpackung drafuzuschreiben, dass sie von gequälten Hennen auf winzigstem Raum in stinkenden Hallen unter grausamen Bedingungen produziert wurden. Dieser Mut muss belohnt werden. Ob es moralisch vertretbar ist, so ein Produkt zu kaufen, steht auf einem anderen Blatt.

Also bitte umblättern!

Vor einiger Zeit kaufte ich im Supermarkt einen Pott Koriander, weil ich den für asiatische (Curry-)Gerichte brauchte. Wie alle Kräutertöpfe aus dem Supermarkt ging der Koriander binnen kürzester Zeit ein, stattdessen kam aber plötzlich ein Stängel Basilikum und Petersilie zum Vorschein, die jetzt prächtig gedeihen. Nun gut, die Petersilie fängt inzwischen auch schon an zu kränkeln, es ist halt immer dasselbe.

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13 August 2004

Warum? Warum?

Kann mir jemand verraten, warum ich alle Werbungen, die von der Telekom bzw. T-Online, T-Mobile oder T-Com stammen, so eklig finde?

Egal, ob es diese unsympathischen Testimonials sind, wie dieser langhaarige ZDF-Moderator-Lockenkopf, den ich nicht kenne, der in die Achterbahn steigt und sagt: “Steigen Sie ein!” oder die Frau, die sagt: “Alles inklusive” und Jan Ullrich toll findet. Mir schaudert jedes Mal, wenn ich diese widerlichen Spots sehe. Und die, wo die Wand durchbricht und dahinter tut sich die schnelle Welt von DSL oder so auf, ist ja wohl auch eher unappetitlich.

Woran liegts?

Nur weil ich mich monatlich über die Grundgebühr der Telekom ärgere? Weil ich das Unternehmen unsympathisch finde? Oder haben die einfach eine schlechte Agentur? Kann ich mir gar nicht vorstellen, so viel geld wie die für Werbung ausgeben.

P.S: Gott sei Dank ist ja der unsägliche Robert T-Online eingemottet worden. Aber da gings ja schon los…

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12 August 2004

Schlaue Hunde und dumme Katzen

Gestern Abend sendete stern.tv eine ganze Reihe an Experimenten, mit denen man die Intelligenz seines Vierbeiners testen kann. Heute habe ich gleich mal einen Test mit Bingo ausprobiert. Man sollte ein leckerli dem Hund zeigen, dann in eine Schüssel tun und mit einer Platte abdecken. Wenn der Hund klug ist, stößt er den Deckel beiseite und holt sich das Futter.

Bingo ist leider durchgefallen. Das liegt aber nicht daran, dass er dumm ist, sondern dass er so viel Anstand mitbringt, dass er weiß, wenn etwas abgedeckt in einer Schüssel liegt, dann darf man sich das nicht einfach nehmen. Er ist halt nicht so blind verfressen, wie andere Hunde, die alles für ein Leckerli tun würden, sondern er kann seinen Hunger zugunsten der guten Erziehung beherrschen.

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11 August 2004

Schon wieder im Lotto gewonnen

Aber mit einer richtigen Endziffer beim Spiel 77 werde ich mir meine Kreuzfahrt immer noch nicht leisten können. Dafür hat es mich nichts gekostet. Zu meinem 26. Geburtstag habe ich von Tipp24.de einen Gutschein für zwei Lottofelder geschenkt bekommen. Und damit gewonnen. Ich kann ungefähr mit 2,50 Euro Gewinn rechnen. Der Einsatz, den ich nicht bezahlt habe, ist also damit wieder drin.

Das Dumme ist nur, mit jedem niedrigen Lottogewinn sinken statistisch meine Chancen auf einen großen. Verdammt!

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8 August 2004

Die “Schlechtschreibreform”

jurek.de wird auch weiterhin in einem eigenen Mischmasch aus neuer und alter Rechtschreibung erscheinen. So wie es die Agenturen auch mit der Rechtschreibung halten. Ja, wo es notwendig udn gut ist, nein, wo es albern sprachverunstaltend ist.

Bevor jedoch der Spiegel zur alten Rechtschreibung zurückkehrt, sollte er sich zumindest einmal um eine einheitliche Schreibung kümmern. Binnen weniger Tage entdeckte ich in der Zeitschrift zwei Schreibweisen des Wortes “Halli Galli”. Einmal war dort zu lesen: “Hally Gally”. Dabei handelt es sich um einen Hersteller für Spielplatzgeräte, der aber in diesem Zusammenhang nicht gemeint war, sondern eben “Halli Galli”. Des weiteren fand sich dort die noch abstrusere amerikanisierte Schreibweise “Hully Gully”. Vielleicht sollte man dem zuständigen Redakteur von einer anderen sprachverhunzenden Dame einen Gully-Hochhebedienst rufen lassen.

Ich werde auch weiterhin die Kleinschreibung in manchen Angelegenheiten propagieren (wenn auch nicht auf dieser seite, so doch im privaten emailverkehr). Auch wenn ich wegen dieser Maßnahmen nicht in die Nähe nationalsozialistischer Umtriebe gestellt werden möchte. Adolf Hitler war ein Anhänger der Kleinschreibung, allerdings deswegen, weil man damit 35.000 Tonnen Blei für den Druck sparen könnte.

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5 August 2004

Matt glänzende Nanolöcher

Gestern in der U-Bahn, zwei junge Männer, zwei Flaschen Bier:

“Hey, wann sindn die Fotos fertig?”

“Kannst sie heute Abend haben. Du, was ist eigentlich der Unterschied zwischen matt und glänzend?”

“Na, bei matt, da sind die Farben dunkler. Also wenn Du nen Sonnenuntergang auf nem glänzenden Foto hast, da leuchtet der so richtig, bei matt ist er halt eher dunkel.”

“Achso, ich dachte, des wär einfach ne andere Beschichtung.”

“Ja, klar. Bei matt des ist so, als hätte man die Oberfläche aufgekratzt oder so. Wie hast du die Fotos denn entwickeln lassen? Matt oder glänzend?”

“Ich hab beides angekreuzt, höhöhöhö!”

Wenige Minuten später zum Thema Bier:

“Hey, neulich nacht um sechs Uhr früh, da war ich so müde, da hab ich mir einfach nochn Bier ausm Kühlschrank geholt und plopp höhöhö, des macht ja eigentlich müde, aber des war so kalt, da bin ich wieder wach geworden. Ich hatte des ne Stunde vorher ins Gefrierfach gelegt. Ist aber nicht geplatzt. “

“Ja, bei den Flaschen vom Penny, dem Verschnitt da, die kannste auch ins Gefrierfach legen, weil die platzen nicht.”

“Warum?”

“Wahrscheinlich weil da noch genug Alkohol drin ist oder so.”

“Ja oder da ist genug Luft drin, dass sich des ausdehnen kann.”

“Oder die machen da Nanolöcher rein.”

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2 August 2004

Deutshe Sprache – schwäre Sprache

Diese Erfahrung musste wohl auch Dani aus Barcelona machen, der einen Monat in Berlin verbringt, um deutsch zu lernen. So kam es, dass er sich zu dem Statement hinreißen ließ: “In London kann man gut Karotten kaufen.”

Gefragt, woher er denn diese präzisen Insiderkenntnisse der Gemüsebranche habe, stellte sich heraus, dass er eigentlich Klamotten meinte. Nichtsdestotrotz liegen mir keine Erkenntnisse darüber vor, ob London nicht auch tatsächlich ein bevorzugter Ort für das Besorgen von Karotten ist.

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