Jetzt habe ich aber lange nichts mehr geschrieben. Und das hat drei Gründe:
1. Das Klo war verstopft – wegen des WC-Stein-Halterkörbchens, das hineingeplumpst war.
2. Die Maler haben die Folien wieder vors Fenster gepappt.
3. ich musste eine Volksmusik-Single aufnehmen.
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Hausfrauen, Hilfe!
Was mache ich nur falsch? Meine Wäsche kommt immer total zerknüttelt aus der Waschmaschine. Auch der Trockner glättet sie nicht. Benutze ich ein falsches Programm? Auch der Weichspüler hat nichts geholfen. Die Hosen sind immer total eingedreht und faltig. Und die Hemden lassen sich kaum bügeln.
P.S: Ich zweifle gerade daran, ob es das Wort “zerknüttelt” tatsächlich gibt oder ob es eine dieser Eigenkreationen aus dem Hause Jurek ist. Wenn man der Ethymologie des Wortes nachhorcht, müsste es ja etwas mit dem Knüttel, also dem alten Wort für Prügelstock zu tun haben. Ob meine Wäsche mit einem Knüppel behandelt wird?
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Die Spitze des Eisbergs
Die Europawahl steht kurz bevor und so kommt man als gemeiner Bürger nicht umhin, allenthalben in der Stadt Parlamentariern oder zukünftigen Parlamentariern zu begegnen, die bemüht sind, Volksnähe zu versprühen. So geschehen heute morgen auf dem Weg zum Briefkasten. Bernd Posselt, bekannt als CSU-Gesicht von Plakaten, der sich nicht gerade als die “Rank-Schlank-Gerte” einen Namen gemacht hat. Ganz im Gegenteil. Schon sein Gesicht lässt Adipositas im fortgeschrittenen Stadium vermuten. Doch das Gesicht ist nur die Spitze des Eisbergs. Posselt ist ein Birnenmann. Schlimm ist jedoch, dass die 90 Prozent, die der Eisberg normalerweise unter Wasser verbirgt, bei Herrn Posselt nicht verborgen sind. Ganz im Gegenteil, er stolziert damit durch die Straßen und verteilt Pamphlete – begleitet von jungen Mädels. Und wenn Bingo von einem großen, bösen Hund angekläfft wird, dann kichern sie alle zusammen kräftig.
Ich gehe mal davon aus, dass Herr Posselt gewählt wird. Das wird nicht eng werden. Für die Sitznachbarn von Herrn Posselt im Europaparlament wird es dann allerdings eng.
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Die achte Plage
Was haben wir damals geschimpft, als die findige Werbeindustrie im Internet begann, überall Pop-ups aufpoppen zu lassen. Schließlich wollten wir surfen und nicht Werbung lesen. Damals ahnten wir noch nicht, dass uns Pop-Up-Blogger und ähnliche Programme eine neue Plage beschert haben:
Nichtsahnend liest man einen Artikel in einer Internetzeitung und plötzlich *+*WUMM+M+***Kraweng***Plopppp**Pöff ist irgendwas auf dem Bildschirm mitten über den Text gekleistert. Da fährt ein Auto, da schiebt sich ein Handy rein oder irgendein anderes aufdringliches Telekom-Produkt versperrt mir die Sicht. So bin ich gezwungen, erst ein kleines X zu suchen, das mir gnädigerweise erlaubt, den ungebetenen Gast abzuschießen.
Ob die Werbemacher noch nie was von Reaktanz gehört haben? Also, ich habe noch nie auf eines dieser hässlichen Dinger gedrückt, um mehr zu erfahren. Ganz im Gegenteil, ich verabscheue diesen EIngriff in meine persönliche Freiheit und reagiere ablehnend auf alle mir so feilgebotenen Produkte.
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Gleich um die Ecke gibt es einen fränkischen Metzger und das erstaunliche ist, ich konnte es kaum glauben, dass Wurst und Schinken beim Metzger gekauft, billiger ist als Pressschinken und “Delikatesswurst” im Supermarkt. Spottpreise machen aber auch unmäßig. So kam es, dass wir von gestern auf heute 200 Gramm Schinken vertilgt haben und 200 Gramm feinen Leberkäse.
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Zungenrätsel
Ich habe mir auf die Zunge gebissen, aber nicht so wie sich andere Menschen auf die Zunge beißen, nämlich in den Rand, sondern mittenrein. Keine Ahnung, wie ich das angestellt hab, denn am Gaumen hab ich eigentlich keine Zähne. Und jetzt fühlt es sich so an, als hätte ich ein Stück Wurst auf der Zunge liegen. Es hat geblutet und das Fleisch schaut raus.
Dafür hab ich 35,60 Euro im Lotto gewonnen.
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Lotto-frei
Feiertage sind ja schön und gut, aber nicht so schön ist es, wenn man im Lotto gewonnen hat, aber wegen des Feiertags noch nicht erfährt, wieviel! Na ja, allzu große Hoffnungen brauche ich mir mit vier Richtigen eh nicht zu machen. Das ist schon gemein, da fehlen mir nur zwei Zahlen zum Sechser und dann wird man mit dreissig oder vierzig Euro abgespeist. Aber wenigstens ist so der Einsatz wieder drin.
Lotto gespielt habe ich zwar bis jetzt nur drei oder vier Mal, aber gleich beim ersten Mal hatte ich einen Dreier, jetzt einen Vierer, in dem Tempo sollte ich weitermachen.
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Wer will lustige Handwerker hören?
Malen sind doch eigentlich die leisesten Handwerker überhaupt. Schweigend setzen sie Strich für Strich an die Wand. Nur ganz leise ertönt das Schmatzen der farbgetränkten Rolle. Seit ein paar Tagen sind die Maler hier am Haus. Es soll rot werden.
Was für ein Lärm! Um die Stille beim Malen auszugleichen, geben sie sich beim Aufbauen des Gerüsts alle nur erdentkliche Mühe, zu klappern und zu scheppern. Und sogar zu bohren. Keine Ahnung, was und warum. Aber in die Hauswand.
Und das um sieben Uhr morgens am Samstag.
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Arbeitsschwachsinn
Wenn www.reise-shop.de gleich 110810 ist und der Mac OS X von Apple 3211311, was ist dann Shockwaves von Wella? Wenn man den ganzen Tag für die Inhaltsanalyse codiert, wird man irgendwann wahnsinnig und denkt nur noch in Zahlenketten. Ich warte schon auf den Tag, an dem ich 4101310 vor mich hinmurmeln werde, währen ich verkrustete Essensreste vom Herd kratze. Und wenn ich ins Bett gehe, flattern die Zahlen 1211721 über meine müden Lippen. Und wenn ich morgens aufwache und den verstaubten Ventilator erblicke, wird mir ein erstauntes 4411210 entweichen.
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Und zum Nachtisch: Klangbrei!
Oder die Frage: Soundcheck, wozu?
Über Britneys gesangliche Qualitäten mag man streiten – schließlich hat sie in jungen Jahren mit ihrem Kehlköpfchen talentwettbewerbe gewonnen. Über die Frage “live oder nicht live” kann man nicht streiten, denn der Vertreter der Partei “nicht live” wird vom Mansagement von Frau Spears verklagt. So muss ich dennoch vorsichtig meine Bedenken anbringen, denn was Frau Spears gestern abend in der Olympiahalle bot, war in mancherlei Hinsicht zweideutig. Doch fangen wir von vorne an:
20 Uhr Ortszeit, Olympiahalle München. Wir hatten uns durch eine lange Schlange gekämpft und saßen (!) nun auf dem Boden der Olympialle, denn das Stehen wurde einem bis zum Beginn der Vorshow vom Security-Personal aus welchen Gründen auch immer verboten. So saßen wir also zwischen halbwüchsigen Gören mit Zahnspange und Zöpfen. Dann ging es los, mit der ersten Vorband von Daniel Hall, der den ProSieben Hit “We love to entertain you” geschrieben hat und ihn natürlich auch gesungen hat. Eine halbe Stunde später eine zweite Vorband, ein Girlie im kurzen Rock mit Hard-Rock-Gesang und Quäk-Stimme. Dann eine halbe Stunde lang Warten. Die ersten Kinder werden nervös, müssen ja schließlich bald ins Bett. Ein Mann hinter uns poltert ungehalten: “Zweieinhalb Stunden. So eine Frechheit. So lange hab ich noch nie auf einen Musiker gewartet!”. Erstens Mal sollte man dem Mann erklären, dass es von 20 Uhr bis 21.30 Uhr nur anderthalb Stunden sind und zweitens sollte man ihn aufklären, dass er, falls er heute auf einen Musiker wartet, noch die ganze Nacht warten könne. Schließlich tritt heute Britney Spears auf!
Um 21.30 dann endlich Getöse und Menschen, die an Seilen vom Himmel kommen und schließlich ein kleiner Bus, auf dem Frau Spears hereingefahren kommt. Nachdem sie ein paar Minuten über die Bühne gefegt ist und dabei den Mund bewegt hat, meint man plötzlich auch leise so etwas wie eine Stimme zu vernehmen. Und die singt so perfekt, dass es sich eins zu eins wie die Version auf der CD anhört. Komisch, gell? Das ganze wird nur so laut übertönt von Bass und Schlagzeug, dass die Momente wo tatsächlich so etwas wie eine Stimme durchdringt, eher selten sind. So lässt man dem Publikum erst gar keine Chance, zu beurteilen, ob der Gesang live ist oder nicht.
Nur bei zwei Balladen muss man dem Mädel unterstellen, dass es vielleicht tatsächlich live war. Denn da war die Stimme so verzerrt, dass sie schwerlich als Stimme zu identifizieren war. Es klang so, als hätte Britney in eine Höhle hineingesungen, dann hätte man den Gesang mit einem kleinen tragbaren Kassettenrekorder aufgenommen, drei mal durch die Hallmaschine geschickt und meinetwegen auch noch einmal durch den Vocoder, dann noch an ein paar Knöpfen gedreht und was dabei rauskam, war ein entferntes Hallen, das zwischen Klängen von Bass und Trommel durchschimmerte.
Und spätestens bei ihrem Badewannenauftritt mit Schattenspielen auf der Leinwand werden sich die anwesenden Eltern gewünscht haben, nie ihre Kinder hierhergebracht zu haben.
Und nun muss ich mal eben in die BILD-Zeitung schauen, ob Britney nach ihrem Auftritt wieder weinend ins Hotel gerannt ist.
Ach ja, und das Konzert hat mich auch heute Nacht noch in meinen Träumen verfolgt. Ich träumte von einem Vorstellungsgespräch, bei dem ich kaum sprechen konnte, weil ich eine riesige Zahnspange im Mund hatte.
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