15 März 2003

Gestern ging ich an einem Buchladen vorbei, der auch vor dem Schaufenster einiges an Papier zu bieten hatte. Auf einem Tisch standen und lagen alle möglichen Bücher. Und auch eine Kiste, die mir sofort ins Auge stach, weil auf ihr stand “äußere Mängel”. Verwirrt sah ich mich weiter um, weil ich die Kiste mit den Büchern mit “inneren Mängeln” vermisste. Ich hoffte dort, die Biografie von Dieter Bohlen oder ein paar schöne Romane von Rosamunde Pilcher zu finden. Leider gab es nichts dergleichen.

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13 März 2003

An einem grauen Tag wie dem heutigen ist mein Hirn ungefähr so leer wie ein Luftballon. Oder wie das von Michelle H. Und deswegen fällt mir schon nach diesem ersten Satz nichts mehr ein. Zwei Wochen ist es jetzt her, dass ich wieder in München bin und mein Zimmer sieht so aus, als wäre ich schon fünf Jahre hier und hätte nicht einmal aufgeräumt… Aber es sind ja nur noch ein paar Tage, die ich hier verbringe.

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10 März 2003

Aufgrund einer Glühbirne, die heute morgen beim Betätigen des Lichtschalters implodierte, sah ich mich wegen fehlender Ersatzbirnen genötigt, im Dunkeln zu Duschen. So erfand ich die neue Funsportart “Dark Dusching”. Ein ActionThrill für Adrenalinsüchtige, die nur noch durch “Dark Cold Dusching” übertrumpft werden kann. Die dpa soll auch demnächst darüber berichten…

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8 März 2003

Heute morgen im Supermarkt. Eine junge Dame an der Parallelkasse meint zur vollschlanken kassierenden Kassiererin: “Können Sie mir dann bitte noch zwei Tulpensträuße draufbongen!” Wie herzerfrischend! Ich war begeistert. So viel sprachliches Innovationsbewusstsein. Wer dachte, Neologismen gäbe es nur im SPIEGEL, der irrt. Neologismen sind allgegenwärtig. Im Supermarkt, am Straßenrand, im Katzenklo, in der Edelkneipe und im Friseursalong. Bong. Bong.

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7 März 2003

Zurück in München

Nach einem halben Jahr des wurzellosen Daseins bin ich nun zurückgekehrt in die Heimat. Ich möchte nicht behaupten, dass 6 Monate Madrid aus mir einen anderen Menschen gemacht haben, aber sie haben mich doch verändert. Auch körperlich. So habe ich mir vergangene Woche das erste Mal eine Augen-Konturen-Creme kaufen müssen.

Ja, ja, ich höre die Zynischen schon zischen, das sei das Alter, aber nein, ich bekomme das Tränensack-Trauma schon wieder in den Griff. Regelmäßiger Schlaf, regelmäßige Mahlzeiten und die gute bayerische Luft werden wie ein Jungbrunnen auf mich wirken und das wilde Leben in Spaniens Hauptstadt vergessen machen. Zumindest äußerlich. Innerlich wird Spanien ein Teil von mir bleiben. Ja, es war gut zu gehen. Aber es war auch gut, wiederzukehren.

Und hier bin ich. Aber nicht mehr lange. Nun geht es erstmal für drei Wochen in den Urlaub. Drei Wochen mit dem Rucksack durch Thailand. Denn braungeworden bin ich zu allem Überdruss nicht in Madrid. Spanische Sonne hin oder her. Winter ist Winter.

Im April beginnt dann erneut das triste Studentendasein. Tagelanges Büffeln versteckt hinter Bergen von Büchern - im Schein einer schwachen Funzel, bei Brot und Wasser.

Doch es wird nur noch ein Jahr, vielleicht anderthalb Jahre vergehen, dann schon kann ich mich auf das Leben als Arbeitsloser einstellen. und so genieße ich das Dasein als Nichtsnutz in vollen Zügen.

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5 Februar 2003

Säbelrasseln

Gegen das Vergessen! Ja, nichts soll vergessen werden. Denn, wenn man zum Beispiel seinen Geldbeutel zu Hause vergisst, kann das im LIDL an der Kasse sehr peinlich werden. Gegen das Vergessen!

Gegen das Vergessen erzähle ich nun hier die Geschichte meines Ur-Ur-Großvaters Adolf Rummer Edler von Rummershof, die mir meine Großmutter heute erzählte: Wie er vom armen Weber-Sohn zum General der Infanterie aufstieg. Und das war so: Er war sehr musikalisch und wurde deshalb von seinem Bruder von Hof in Mähren nach Wien geholt. Dort studierte er Klavier am Konservatorium. Seine künstlerische Laufbahn endete abrupt, als er sich bei einem Säbel-Duell (!) die Hand verletzte. Darum begann er die Militärlaufbahn.

Die guten alten Zeiten…

“Und nun kennen Sie…. die wahre Geschichte.”

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27 Januar 2003

Die Stunde der Wahrheit rückt näher. In etwa genau einem Monat geht es zurück nach Deutschland. Die letzten Tage habe ich v.a. damit verbracht, jurek.de ein wenig aufzuräumen und aufzufrischen. Das war auch dringend nötig, denn mein Speicherplatz war bereits vollkommen belegt. Jetzt sind nur noch ein paar Fehler auszubessern und dann hat jurek.de seinen Frühjahrsputz überstanden. Apropos Putz. Heute hat es putzige 18 Grad, die Sonne brennt sommerlich warm vom Himmel. Und wenn da nicht dieses Windchen wäre, würde ich doch glatt ganz schön ins Schwitzen kommen. Jetzt bereits den Frühling auszurufen, scheint mir jedoch noch verfrüht. Erst wenn die ersten Krokusse blühen, werde ich jubilieren. Ob es in Spanien allerdings Krokusse gibt, weiß ich nicht. Vielleicht aber Maiglöckchen, die hier möglicherweise Februarglöckchen heißen. Zwei weitere Putze stehen heute noch an. Zum Einen muss der Boden gewischt und die Wollmäuse, die sich unter meinem Bett gebildet haben (und die eigentlich mehr den Namen Wollratten verdient hätten), entfernt werden. Zum Anderen muss der Kopfputz gekürzt werden. Dann kann der Frühling kommen.

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20 Januar 2003

Warum eigentlich nicht mal Urlaub in Kärnten machen? Nicht, dass sich dahinter ein PR-Angebot verstecken würde, aber mal im Ernst, wer hat denn nicht gerne: Sonne. Süden. Skivergnügen. Und schließlich erwarten einen dort die neuen Ski-Spaß-Pakete. Zu wählen ist zwischen dem “Super Sonnen Ski Hit-Paket”, dem “Wochentags Wedel Paket” oder aber man profitiert von den “Winter Wohlfühl Pauschalen”. Eins steht fest: Bei so viel Spaß bleibt kein Auge trocken. Und für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt. Bleibt zu hoffen, dass… ach, was weiß ich… Wir sehen uns in Kärnten!

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Zwei Drittel Spanien

17 Dezember 2002

Mit dem Weihnachtsfeste rückt nun auch die bedeutungssschwangere 2/3 Grenze näher. Zwei Drittel unseres Aufenthalts in Spanien sind schon beinahe vorüber - vier von sechs Monaten. Wenn alles gut geht, bin ich in gut zwei Monaten wieder in München. Wenn alles gut geht… Denn bisher habe ich noch keine Ahnung,wie ich zurückkommen soll. Falls wir mit dem Flugzeug fliegen sollten, müsste der Flieger wahrscheinlich einen extra Gepäckträger aufspannen, um unser Gepäck mitzunehmen. Da bleibt uns nur eins übrig: Die gesamte Wäsche hier zu lassen. Aber die werden wir nach den sechs Monaten sowieso wegschmeißen müssen, da das aggressive Chlorwasser alles ausbleicht.

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7 November 2002

Brand im Nachtzug von Paris nach München, lese ich heute in den Nachrichten. Inzwischen wundert es mich schon gar nicht mehr. Auf der Rückreise aus Frankreich benutzte ich genau diesen Zug. Es scheint einen mysteriösen Zusammenhang zwischen meinen Ferienorten und Katastrophen zu geben. Während meines letzten Bali-Urlaubs waren wir abends des öfteren in genau der Bar, in der kürzlich die Bombe hochging. Nachdem wir letzten Winter eine Woche auf Djerba verbrachten, gab es nur kurz darauf auch einen terroristischen Anschlag in Djerba. Eins steht fest: Aus unserem nächsten Urlaub bekommt Osama keine Postkarte mehr!

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