27 März 2004

Dass ich die letzten Tage nichts veröffentlicht habe, liegt daran, dass ich zunächst zu Eis erstarrt war und dann im Schneematsch versunken bin. Pfui Teufel, was für ein Wetter. Die Meteologen haben wahrscheinlich im Fernsehen verkündet, es sei der matschigste 23. März seit 56 Jahren gewesen. Dabei wäre es mir schon zu viel gewesen, wenn es der matschigste 23. März seit 19 Jahren gewesen wäre. Davor habe ich ja eh nichts mitgekriegt.

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23 März 2004

Oxymorone im deutschen Fernsehalltag

Wieso werde ich nur den Eindruck nicht los, dass es bei der Comeback-Show nicht mit rechten Dingen zu geht? zuerst scheidet CC Catch krankheitsbedingt aus und es rückt niemand nach. Jetzt ist auch noch Emilia angeblich erkrankt und es rückt *hokuspokus – die Regeln schnell geändert* der bereits ausgeschiedene Coolio nach. Einen Tag vor der Sendung erkrankt Emilia, trotzdem hat Coolio noch Zeit ein Lied zu proben, durch Fantasialand und durch die Kölner Einkaufszone zu rennen, Emilia singt (vom Krankenbett?) schnell noch das Playback ein – kurz vor der OP. Da läuft doch irgendwas verquer! Dazu spielt Arabella Kiesbauer geschickt auf der Tastatur der Sprache, wiederholt lateinische Redewendungen (ex aequo) und spricht in einem Oxymoron ständig von der “ersten Finalshow”. Eine Antimonie wie das Paradoxon des Epimenides – unter uns gesagt.

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22 März 2004

Malwettbewerb

Frauen brauchen etwas mehr

Dieses Wochenende bin ich bedingt durch den Besuch zweier Damen zu der erstaunlichen Erkenntnis gelangt, dass zwei Frauen pro Tag eine Rolle Klopapier benötigen. Man stelle sich mal vor, wie viele Blatt das sind. Kaum vorstellbar, dass 24 Stunden ausreichen, das zu verbrauchen, wenn man nicht den ganzen Tag auf dem stillen Örtchen verbringen will. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie das zu bewerkstelligen ist: Enweder Frauen lassen das Klopapier direkt von der Rolle in die Toilette gleiten. Das Spülen erzeugt eine Sogwirkung, mit der die Rolle in Schwung kommt und sich abwickelt. Grund dafür ist wahrscheinlich eine frühkindliche Psychose oder ein Spulwurm. Oder aber das An- und Abschminken braucht einfach sehr, sehr viel Stoff. Wahrscheinlich ist das auch abhängig von der bemalten Fläche, die abends endgereinigt werden muss.

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17 März 2004

Heute: E-Garten-Mania

Die Sonne lacht und mein Herz auch. Also ab in den E-Garten. Dort das übliche Bild wie im Hochsommer: Fläzende Menschen am Boden, herumstreunende Hunde, schreiende Kinder, frisbeespielende Ausländer und Livemusik von zweifelhafter Qualität. Der Vorsommer ist in München eingekehrt mit einer eindrucksvollen Preview. Wollenwama hoffen, dass es so bleibt.

Und es soll mir keiner kommen, der behauptet, wollenwama würde anders geschrieben werden.

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16 März 2004

Endlich zwitschern die Vögel wieder! Wie habe ich das vermisst! Frühlingsgefühle ergreifen meine Seele und ich möchte jubelnd durch das frische Grün springen und versehentlich ein paar zart knospende Krokusse zertrampeln. Aber das lässt sich leider nicht vermeiden bei akuter Frühlingsfreude. Ich hoffe, dass das gute Wetter auch so lange anhält, dass ich es auch einmal “live” und nicht nur durch die Scheibe des Bürogebäudes 24 sehen kann. Für meine Magisterarbeit ist gutes Wetter allerdings nicht so förderlich… Obwohl, mit frischer Luft kann man sich auch besser konzentrieren! Fein.

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12 März 2004

Es ist schon eine Schande, wie lustlos Politiker ihre Standardsätze hinunterhudeln, wenn eine Katastrophe mit 200 Toten passiert. Man nahm Außenminister Fischer kein einziges Wort ab, als er wie in Trance daherbrabbelte, dass es furchtbar sei und dass man in diesen Stunden bei den Hinterbliebenen sei, Beileid blablabla. Ich nehme an, das wohl zum diplomatischen Habitus, aber ich finde es würdelos. Auch Schröder wirkte unberührt und verhudelte sich in einem Satz, in dem er irgendwas von normal denkenden Menschen faselte.

Ich muss wohl nicht erwähnen, dass es ein gutes Jahr her ist, dass auch in des öfteren in der Station Atocha gewesen bin. Was mich daran so sehr beunruhigt ist, dass Madrid nun ein weiterer Ort ist, an dem ich gewesen bin und wo daraufhin ein terroristischer Anschlag passiert ist. Man erinnere sich: Ich war auf Djerba, kurz darauf ein Al-Quaida-Terroranschlag auf die Moschee. Ich war im Sari Club auf Bali, die Disco, die von Al Quaida vergangenes Jahr in die Luft gesprengt wurde. Und nun Madrid. Aber vielleicht war es ja gar nicht Al Quaida, sondern doch die ETA. Schade, dass schon einen tag nach dem Anschlag die Täterschaft politisiert wird. Die Regierung will aus politischen und wahlkampftaktischen Gründen nur an die ETA-Version glauben, die Spanier hingegen fühlen sich belogen und halten wiederum die ETA für unschuldig. Denn die ETA ist zwar an sich böse, aber sie kämpft ja für die Unabhängigkeit und das tun die “Spanier” letzendlich alle, die Katalanen, die Basken und die Galizier. Und das vereint sie wiederum gegenüber der bösen Zentralregierung in Madrid. Nicht einmal so ein Anschlag kann die Spanier vereinen, nicht einmal für einen Tag. Das ist schon traurig.

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11 März 2004

Die Gentechnik ermöglicht viele neue erfahrungen – auch biologischer Art. Oder habt ihr schon mal Tomatensamen beim Keimen beobachten können? Nein. Ich heute morgen schon. Ich habe eine Tomate gegessen, die von außen noch jung und frisch aussah. innendrinnen aber lagen kleine Würmchen, die aussahen wie Sojasprossen. Es waren die Tomatenkörner, die bereits zu keimen anfingen. Komisch aber nur, dass man nirgends darauf hingewiesen wird, wenn man Tomaten mit dem Anti-Matsch-Gen kauft. Ich muss mal an Frau Künast schreiben. Bei der Gelegenheit könnte ich ihr auch gleich erzählen, dass ich heute Nacht von einem Buch geträumt habe. Einem riesigen Lexikon, in dem ich irgendein Wort mit P gesucht habe. Welches, habe ich vergessen. Das Buch war mindestens 1×1 Meter groß und als ich mindestens 20 Kilo Seiten umgewuchtet hatte, stellte ich fest, dass der gesamte hintere teil des Buches aus Landkarten bestand und nur vorne der lexikonteil war. Da musste ich alle Seiten wieder zurückwuchten. Das war eine Arbeit. Aber gut, dass ich mich wenigstens im Schlaf körperlich betätige…

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8 März 2004

Da bin ich aber beruhigt. Denn ich bin nicht allein. Früher dachte ich immer, ich bin der einzige Mensch, der nicht weiß, ob es Torschlusspanik oder Torschusspanik heißt. Eine kurze Recherche in Google hat ergeben: Ungefähr die Hälfte aller Deutschen, die im Internet publiziert, weiß nicht, wie es richtig heißt. Aber ich: Richtig heißt es: Torschlusspanik. Schl! Schl!Schl! usspanik. Jetzt weiß ich es. Gott sei Dank, es kann weitergehen!

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7 März 2004

Nachwuchs

Die kleine Familie hat Nachwuchs bekommen. Bingo heißt er und er ist eine Teppichratte von der Gattung “Chihuahua”. Man sagt aber nicht Chihuahua, sondern Chiwawa. Er hüpft und springt durch die Wohnung und spielt mit einem kleinen giftgrünen Bärchen. Daran hat er Freude. Und wenn er sich freut, macht er kleine Piepslaute, er kann aber auch knurren und bellen. Aber dazu hat er selten Anlass. Beim Spazierengehen ist er der große held. Die Leute bleiben stehen, fragen, ob er schon ausgewachsen sei, und ach gott, is der aber süß!

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5 März 2004

Der Horror-Edeka hat nichts übrig für frierende Kinder. Denn an der Tür hängt ein Schild “ESST UND TRINKT AUSERHALB” Damit sollen all die Schüler, die dort einkaufen gehen, zum Verzehr der gekauften Artikel “auserhalb” des Ladens gezwungen werden. Die Frau, die immer so hysterisch lacht, war heute auch wieder da. Als der blasse Mann mit den roten Augen an ihr vorbeiging, keifte sie “Nervensäge, lass mich in Ruh!” Daraufhin imitierte er ein Huhn.

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