29 Januar 2004

Klonk

Als ich unlängst mit der Straßenbahn fuhr, machte es an meinem Schuh plötzlich klonk. Etwas war gegen meinen Fuß gerollt. Ich blickte nach unten und sah eine “Wohlige-Frische-Salbe-Dose”. Dabei handelte es sich aber nicht um eine gewöhnliche Frische-Salbe, mit der man sich gedankenlos die Hände oder Füße einreibt. Nein, denn wie ich dem Etikett entnahm, war die Salbe “unter kosmischen Rhythmen und Konstellationen hergestellt”.

Da ich mir unter kosmischen Rhythmen nichts vorstellen konnte, recherchierte ich im Internet und stieß auf einen Beitrag zu “Chronobiologischen Aspekten der Musikphysiologie”. Aha. Um die Verwirrung zu komplettieren, folgte sogleich ein sechszeiliger Satz, der endlich Licht ins Dunkel brachte: “Beim Versuch, das Ineinanderwirken dieser langwelligen Rhythmen im Organismus graphisch zu veranschaulichen, ergeben sich in Abb. 5 vier unterschiedlich schraffierte Ellipsen, die sich im Bereich der schnelleren rhythmischen Vorgänge völlig durchsetzen und so für alle schnelleren rhythmischen Funktionen im Spektrum ein komplexes Milieu bilden, in welchem alle Funktionen nach kosmischen Gesetzen und Verhältnissen moduliert werden.” Es folgte eine Skizze mit Kreisen.

Nun aber mal Klartext: Wissenschaftlich bewiesen sei es, -so lese ich- dass Lebensmittel (und offensichtlich auch Salben) einen nicht sichtbaren energetischen Körper aufweisen, in dem die kosmischen Rhythmen gespeichert sind, die das Ding während seiner Entstehung aufgenommen hat.

Dieses Klonk, das ich an meinem Fuß verspürte, war also aller Wahrscheinlichkeit nach ein kosmischer Rhythmus. Wow!

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27 Januar 2004

Wieso hat eigentlich niemand bemerkt, dass über dem Eintrag vom Januar noch die Überschrift vom Dezember steht? “Frohes Fest” scheint mir im Januar als Grußformel ein wenig veraltet…

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26 Januar 2004

Also, die spinnen doch, die Amis. Wenn ich einen Schluck Wasser will, gehe ich in die Küche und drehe den Hahn auf. Die Amerikaner fliegen für zig Millionen auf den Mars, nur um Wasser zu finden. Jungs, das gibts auch einfacher!

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21 Januar 2004

Wer mir verraten kann, warum es gerade so scheißkalt ist in münchen, der kricht fünf euro von mir.

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20 Januar 2004

PISA-Bildungsschub

Endlich wird etwas für die Bildung getan! Heute morgen lese ich im dpa-Ticker, dass die bayerische Staatsregierung plant, eine “Verwaltungsgebühr” für Studenten in Höhe von 50 Euro einzuführen. Verwaltungsgebühr…. aha! Wir bezahlen also den Bürokratiekropf der Universität? Nein, nein, ganz falsch! Denn Herr Wissenschaftsminister Goppel lässt tolldreist verlauten, dass das Geld nicht etwa den Hochschulen zugute kommt, sondern der Sanierung des Haushaltsdefizits der Staatsregierung! Was für eine hanebüchene Chuzpe, kann ich da nur sagen! Es wird Zeit, dass ich mit dem Studium fertig werde, bevor der Staatsregierung noch mehr Tricks einfallen, sich auf Kosten der Studenten zu sanieren.

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19 Januar 2004

Nicht, dass ihr denkt, ich sei tot oder so, ich habe nur im Moment eine leere Blase im Kopf, die nennt sich Gehirn. Burn-Out-Syndrom? Quarter-Life-Crisis? Nein, ich hoffe nicht, dass ich hundert Jahre alt werde. Ich könnte nun natürlich versuchen, die leere Blase mit Alkohol zu füllen, damit sie wenigstens konserviert wird. Aber das ständige Glucksen im Kopf ist auch nicht lustig. Dann lieber Stroh. Das wärmt, aber piekst ganz schön. Alles nichts Wahres. Alles nichts, oder?

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15 Januar 2004

Manchmal ist es nötig, seine Meinung zu revidieren. Ich dachte nämlich immer Susan Stahnke sei eine doofe Kuh, die mit aller Macht versucht, in die medien zu kommen- egal ob mit Urinalen für Frauen oder ihrer “ich-such-meinen-Papi”-Geschichte. Jetzt denke ich anders über sie. Schuld daran ist: “Hilfe, ich bin raus! Holt mir einen Star!” Das arme Ding Susan weckt fast schon meine Beschützerinstinkte. Kaum Selbstbewusstsein hat sie, Angst vor anderen Menschen, still und heimlich rollen die Tränen die Wangen herunter. Ich habe den Eindruck, sie ist ein Opfer. Das Opfer der Medien, das Opfer aber in erster Linie der hanebüchenen Versuche ihres Mannes, sie zu vermakten. Armes Ding!

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12 Januar 2004

Ich war wieder dort!

In meinem Horror-Edeka!

Und ich habe mich extra an der Schlange angestellt mit dem dicken Grusel-Küchenrollenmann. Aber diesmal blieb alles ganz ruhig, kein Würgen, kein Drücken. Nur hatte er einen so rasseligen Husten, dass ich mich kaum getraut habe, das Wechselgeld anzufassen…

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7 Januar 2004

Sage mir, in welchen Supermarkt du gehst und ich sage dir, wie lange du leben wirst! heute war ich im wohl schlechtsortiertesten Norma der Welt. Kein einziges Preisschild stimmte mit dem dort liegenden Produkt überein. Ganze Körbe mit irgendwelchem Kruschkram vergangener Sonderangebote und nichts davon ausgezeichnet. Und meine “Gesichts-Sauna” gabs auch nicht mehr. Darum aufgemerkt: Zum Norma nur noch im Notfall!

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5 Januar 2004

Monster….

Meterhoher Schneematsch in München und es hört immer noch nicht auf zu schneien. Aber eigentlich wollte ich was ganz andres erzählen. Ich war nämlich gerade im Horror-Edeka. Als ich hereinkam, wischte ein Frau mit irrem Blick und einem Wischmob den Boden. Dabei brabbelte sie irgendwelches Zeug. Ich dachte mir nichts und machte in Ruhe meine Einkäufe. Als ich mich der Kasse näherte, sah ich dort einen fettleibigen, leichenblassen Mann mit rotunterlaufenen Augen sitzen. Er bediente die Kunden, aber -und das machte mir sehr Sorgen- er quetschte eine Rolle Küchenpapier, so als würde er sie erwürgen wollen. Und das nicht nebenbei oder heimlich, sondern quetschquetsch mit aller Gewalt. Immer wieder. Als ich dran war, kosteten die drei Tomaten, die ich gekauft hatte 30,42 Euro. Was den Wischmob zu einem widerlichen Kichergegluckse veranlasste. Schreiend rannte ich aus dem Laden.

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