Ich verlasse Dich!
Als ich gestern Abend noch mit dem Hund vor die Tür ging, klebte an der Haustür ein Zettel, auf dem auf Spanisch stand: “Ich verlasse Dich. Der Schlüssel ist im Briefkasten…”
Was war da geschehen? Ein Beziehungsdrama? Oder nur ein beendeter Besuch? Leider kann man das aus dem Spanischen nicht so leicht übersetzen, ob es sich nur um ein vorübergehendes Verlassen oder ein endgültiges Verlassen handelt. Es ist auf jeden Fall ein interessanter Weg, das jemandem auf diesem Wege mitzuteilen. Stars machen ja bekanntlich nur per SMS Schluss.
|
Posted by
admin |
Categories:
Allgemein |
Die Topliste
Premiere des Wochenendes: erste vergessene Zaubervorstellung (”Grüß Gott, Herr Jurek, wir warten hier auf Sie!” Ich habs dann zum Glück noch geschafft)
Premiere 2 des Wochenendes: Gewitter im Februar
Aktueller Werbe-Unsympath: Jörg Kachelofen (”Die können ne 14-Tage-Vorhersage! Das kann ja noch nicht mal ich!”)
Selbstüberschätzerin des Jahres: Kader-ich-bin-nicht-pressegeil-Loth (lädt für einen RTL-Beitrag angebliche Fans ein, die sie dann reihum befragt: “Und warum findest Du mich so toll?”)
Ostdeutsche Nachwuchshoffnung: Clueso (zurecht!)
|
Posted by
admin |
Categories:
Allgemein |
Schweigt, Unken!
Auf dass für alle Zeiten die Unkenrufe verstummen mögen, die quäken, ich würde immer mit einem falschen Alter operieren und mich jünger machen als ich bin. Hier nun der amtliche Beweis, mein Magisterzeugnis.
Nun besteht kein Zweifel mehr über meine Jugendhaftigkeit.
gez. Sascha Jurek, M.A.

|
Posted by
admin |
Categories:
Allgemein |
Bützje, Strüssje und Kamälllllööööööööööööö!
Wie jedes Jahr haben die Kölner Jecken beschlossen, den Kölner Dom nun doch in Köln zu lassen, denn dort würde er ja schließlich auch hingehören, woanders würde er ja gar keinen Sinn machen. Und ich sollte dabei sein. Ich war dabei. Aber unter welchen Umständen. Schon in der ersten Nacht am Rhein nahm das Schicksal seinen Lauf und bescherte mir einen einwandfreien grippalen Infekt. Folge: Die Deckenlampe wurde mir in den Tagen vertrauter als das Kölsche Liedgut, das besagt, dass das Kölner Wasser gut ist, das von Minsche, Fründe und Bützje handelt und immer wieder Kölle, Kölle Kölle. Alaaf! Viva Colonia!
Kurz durfte ich nur den Rosenmontagszug erleben, bei dem die Minsche am Straßenrand stehen und immer “Kamälllllöööööö” rufen, damit ihnen jemand Süßkram vom Wagen wirft. Und dann rufen sie noch “Strüssje”, wenn ihnen jemand ein Sträußchen, also zwei, drei gebundene Blümchen herunterwerfen soll. So säumen die Kölner die Straßen und tun “Kamelle raffe”. Und wunderbarerweise war das erste Bonbon, das ich auffing auch just ein Eukalyptusbonbon. Ein Wink von oben?
|
Posted by
admin |
Categories:
Allgemein |
Warum man in Pfützen tritt und sich gerne bombardieren lassen muss
Heute morgen bin ich in eine tückische Schlammfalle getappt. Ich stand an der Ampel und als es grün wurde, tat ich einen großen Schritt über eine Pfütze. Doch das, was dahinter wie Teer aussah, war in Wirklichkeit auch noch Pfütze. Mindestens drei Zentimeter tief. Weil jedoch lauter kleine Schneestückchen an der Oberfläche schwammen, täuschte die gemeine Pfütze eine feste Teerfläche vor. Sehr amüsant fand ich es dann jedoch zu beobachten, wie auch etliche andere Leute auf diese Schlammfalle hineinfielen.
An dieser Stelle frage ich mich mal wieder, ob wir Deutschen zu hart und selbstgerecht mit uns selbst sind. Diese Frage stelle ich mir aufgrund der aktuellen Bomben-Holocaust-Diskussion. Es ergibt sich hier eine Diskrepanz zwischen Reden und Handeln der Politik und zwischen Geschichte und Gegenwart: Bomben auf Dresden waren okay, denn es war ja für einen “guten Zweck”, der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus, Bomben auf den Irak hingegen zur Befreiung des Irak von Saddam Hussein hingegen sind ganz und gar nicht okay. Wahrscheinlich habe ich mich mit dieser Äußerung mal wieder versehentlich in eine ganz rechte Ecke gestellt oder war wieder politisch total unkorrekt. Aber genau das ist ja das Problem. Man darf ja in diesem Land kaum das Wort Nationalsozialismus aussprechen ohne gleichzeitig die Peitsche auszupacken und sich demütig den Rücken zu geißeln.
Ich hoffe, dass ich an dieser Stelle nicht extra klären muss, dass ich der NPD NICHT und in keinster Weise nahe stehe und ich heiße auch den Irakkrieg nicht gut. Ich bin nur der Meinung, dass man es nicht unbedingt gutheißen muss, bombardiert worden zu sein. Keine andere Nation auf dieser Welt würde das tun.
Sollte ich mich irren oder sollte der Vergleich hinken, lasse ich mich gerne eines besseren belehren. Hauptsache, geredet hamma drüber.
|
Posted by
admin |
Categories:
Allgemein |
Chop-Suey-Pulver und Wasabi-Meerrettich
Heute morgen war beim Aldi mal wieder die Hölle los. Es gab keinen Volkscomputer, auch keine Billig-Digitalkamera, sondern nur Asia-Zeug. Von der Kokosmilch bis zum Reiskocher, die komplette Palette für den Hobbykoch. Vor mir in der Schlage stand auch ein Asiate, aber seltsamerweise hatte er kein Asiazeug gekauft, sondern nur Ente und Mandarinen. Wahrscheinlich gibt es also heute abend bei ihm Peking-Ente a l’orange. Ich habe natürlich auch ordentlich zugeschlagen, sodass letztendlich an der Kasse mein Geld nicht reichte und ich erst noch zur Bank musste, um meinen Einkauf bezahlen zu können.
Dann hatte ich gestern Abend und heute morgen noch Gelegenheit, die ineffektive Methode der Gehwehräumer Münchens zu beobachten. Gestern Abend waren sie sogar zu zweit und sausten nebeneinander über den Gehweh, der nachher genauso wie vorher aussah. Eines der kleinen Räumfahrzeuge hatte auch sinnigerweise erst gar nicht seine Schaufel heruntergelassen, obwohl mindestens 2 Zentimeter rutschiger Schnee lagen. Aber dafür lohnt es sich ja kaum, zu räumen.
|
Posted by
admin |
Categories:
Allgemein |
Plattwalzer statt Schneeräumer
Wenn es in München nachts geschneit hat und man betritt am nächsten Morgen die Straße, dann hat man den Eindruck, dass die Stadtverwaltung die Gehwege nicht räumt, sondern einfach mit einer Walze drüberfährt, um den Schnee zu einer spiegelglatten weißen Fläche zu verdichten. Die Räumung besteht offensichtlich darin, die oberste Schicht des frischen Schnees abzutragen und alles, was darunter ist, wird von der Schaufel fein säuberlich platt gedrückt.
Ich stifte hiermit einen symbolischen Preis an den Erfinder eines Schneeräumgeräts, das eine schneefreie Straße hinterlässt.
|
Posted by
admin |
Categories:
Allgemein |
Papierentsorgung
Heute habe ich drei schwere Plastiktüten voller Studienunterlagen zum Müll gebracht. Es war so viel Papier, dass man damit leicht ein ganzes Eskimodorf hätte beheizen können. Geballtes Wissen und pseudowissenschaftlicher Firlefanz. Da nun alles in meinem Kopf gespeichert ist, kann ich die Unterlagen ja entsorgen. Allerdings habe ich festgestellt, dass der Müllschlucker in meinem Kopf auch ganz schön gefräßig ist. Also wird in ein paar Monaten auch da alles weg sein. Aber dann fragt eh niemand mehr danach.
|
Posted by
admin |
Categories:
Allgemein |
München sagt leise Servus
“Weiß, das war seine Farbe. Weiß wie die vielen Blumen hier und weiß wie der Schnee, der vom Himmel fällt.”

Diese Worte sprach der Pfarrer heute morgen auf dem Ostfriedhof München - am Grab von Else und Rudolph Moshammer. Es war bitterkalt und ohne Hast taumelten die Schneeflocken vom Himmel. Es hatten sich viele Münchner am Mausoleum versammelt, Schaulustige, aber auch viele, die Abschied nehmen wollten und Blumen mitgebracht hatten.
Getragene Musik und ein Zug mit Trauernden. Allen voran der blumenbedeckte Sarg mit Rudolph Moshammer, danach sein aufgelöster Chauffeur, der gebückt die kleine Daisy auf dem Arm hielt, seine Chauffeursmütze abgenommen. Roberto Blanco, die Jacobs Sisters, Silvio Belli, Erich Lejeune, Damen mit aufgespritzten Lippen und viele andere.
Unter anderem auch das rotgefärbte Mutter-Tochter-Gespann, deren unliebsame Bekanntschaft ich einmal vor einigen Jahren im “Plus” gemacht hatte (jurek.de berichtete). Weil ich ihnen den letzten Einkaufswagen weggeschnappt hatte, terrorisierten sie mich mit bösen Blicken, gezischten Flüchen und versperrten mir mit ihren fülligen Körpern den Blick auf die Regale. Aber das ist eine andere Geschichte.
Nach der kleinen Zeremonie wurde der mächtige Sarg in den Boden des Mausoleums gelassen. Das wechselvolle Leben von Mosi hat damit sein Ende gefunden, in den Zeitungen und Magazinen wird er sicher noch eine Weile weiterleben.



|
Posted by
admin |
Categories:
Allgemein |
Es ist vollbracht!
Nach dieser denkwürdigen Woche, in der ich meine letzten drei mündlichen Prüfungen hatte, kann ich nun sagen: Mein Studium ist endgültig aus und vorbei!
Und ich kann wohl auch behaupten, dass ich diese Woche die absurdeste Prüfung meiner gesamten Laufbahn hatte. Natürlich ist mir das während der Prüfung nicht so aufgefallen, weil ich nervös war, aber im nachhinein kommt es mir fast schon ein wenig bizarr vor.
Gestern um 17.45, eine Stunde mündliche Prüfung im Hauptfach KW bei meiner Professorin:
Die erste nebulöse Frage steht im Raum. Ich weiß nicht so recht, wo ich anfangen soll und beginne zunächst mit einem allgemeinen Überblick. Während ich also rede, verschwindet meine Professorin für ein paar Minuten unter dem Schreibtisch, weil ihr der Stift hinunter gefallen ist. Dumpf erschallt es von unten: “Reden Sie nur weiter, ich höre Ihnen schon zu!”
Später sehe ich den Stift: Er ist rot und wenn sie damit Notizen macht, blinkt am Kopfende ein rotes Herz.
Ich lasse mich nicht beirren.
Die vereinbarten Themen sind: Agenda Setting und Journalismusforschung.
Die besprochenen Themen sind: Gerhard Schröder in der Bunten, sein russisches Adoptivkind, Moshammers Tod und schließlich zieht sie noch einen Ordner hervor, um mir Bilder von misshandelten irakischen Kriegsgefangenen zu zeigen, die jetzt aufgetaucht sind. Und natürlich: Die Boulevardisierung der Süddeutschen Zeitung. Das alles hat natürlich sehr wohl etwas mit Agenda Setting zu tun. Irgendwo.
Ach ja, wie die Zeit verfliegt. Also noch schnell eine Frage zur Journalismusforschung, jetzt haben wir uns aber ein bisschen festgequatscht. Welche Rolle haben denn die Journalisten heute?
Dann ist die Stunde auch schon um.
Ich muss kurz draußen warten, dann wird mir das Ergebnis mit folgendem Satz mitgeteilt: “Wir haben Ihnen jetzt eine eins gegeben, weil Sie uns so gut unterhalten haben!”
In solche Prüfungen geht man doch gerne.
|
Posted by
admin |
Categories:
Allgemein |